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Vitoria Bahia
(hor). Sambafreunde aufgepasst: In Oberndorf tanzt wieder drei Tage lang der Ball -- die südamerikanischen Ballkünstler zeigen ihr Können. Mit einem altbekannten Gesicht -- Der EC Vitoria Bahia ist nach 2006 zum zweiten Mal am Start. Und gehört natürlich gleich wieder zu den Mitfavoriten um den Gesamtsieg. Der brasilianische Fußball gehört zum Oberndorfer Inventar wie die schwäbische Bratwurst auf den Sportplatz.
Wen wundert es: Brasilien stellt mit sieben verschiedenen Teilnehmern die meisten Gastteams nach Deutschland. Und Bahia war bereits vor
Jahren 2006 am Start und erreichte dort gleich das Endspiel gegen den späteren Gewinner VfB Stuattgart. Nach der damaligen unglücklichen Niederlage im Elfmeterschießen sind die Jungs aus Südamerika nun heiß, im zweiten Anlauf endlich den begehrten Pokal in Empfang nehmen zu können. Ob es gelingt? Die Fans dürfen gespannt sein. Bahia wird alles aufbieten: Fußballerisches Können für das interessierte Trainerauge, Spielwitz für die Begeisterung unter den Fans Nachdem die bisherigen Teams Palmeiras Sao Paulo, Fluminense Rio de Janeiro, FC Botafogo, Atletico Mineiro und Cruzeiro Belo Horizonte allesamt aus den drei brasilianischen Metropolen und Großstädten kamen, stellt sich mit Bahia nun ein 1899 gegründeter Club vor, der in der berühmtesten Ferienregion Brasiliens -- Salvador de Bahia -- im Norden Brasilien zu Hause ist. Die Kultur und das Leben dort wird noch von starkem afrikanischen Einfluss geprägt. Mytischer Vodoo-Zauber, spannende Capoeira-Tänze -- all dies verbindet dort Alltag, Glaube und Religiosität der bescheidenen Menschen.
Die Vereine dort verfügen über keine Großsponsoren und die Menschen leben entweder von der Landwirtschaft oder dem Tourismus. Die dort ansässigen Clubs verstehen sich häufig als Ausbildungsvereine für die Großclubs um ihr Vereinsbudget finanzieren zu können. Vitoria ist dabei der wohl bekannteste Club dieser Region und auch einer der ältesten Clubs überhaupt in Südamerika. Er wurde bereits 1899 gegründet und verfügt über eine große Tradition und Titelliste. Die größten Erfolge waren die zweimalige Vizemeisterschaft Brasiliens. Berühmt ist der Club aus Brasilien über die Landesgrenzen hinaus für seine professionelle Jugendarbeit. Die Jugendabteilung des Vereins verfügt über 16 Mannschaften mit 340 Spielern. Diese werden von mehr als einem Dutzend mehreren Vollzeit- und Teilzeittrainern ausgebildet und der Erfolg kann sich sehen lassen. Bis auf wenige Legionäre kommen alle Spieler der Profimannschaft aus der eigenen Jugend. Einer dieser Legionäre ist Alex Alves, der 1999 für 15 Millionen Mark von Cruzeiro B Horizonte zu Hertha BSC wechselte und nun bei Vitoria spielt. Aktuell bekannt in der Bundesliga sind Ze Roberto vom Hamburger SV, Rodrigo von Bayer Leverkusen und beim VfB Stuttagrt Elson, der bis 2001 bei Vitoria spielte.
Der Verein hat in der Vergangenheit hunderte von Talenten ausgebildet, die dann ihr Glück bei den Großclubs in Rio oder Sao Paulo, oder aber in Europa und Japan versuchten. Die berühmtesten Spieler des Vereins sind Vampeta, der jahrelang Spielgestalter bei Deportivo La Coruna und in der Nationalmannschaft war und der 82-malige brasilianische Nationalspieler und Weltmeister Bebeto sowie AC Milan-Torhüter Dida. Auffällig ist, dass Vitoria in den letzten 20 Jahren bei allen Welt- und Südamerikameisterschaften der Junioren mit Spielern in der Selecao (der brasilianischen Nationalmannschaft) vertreten war. Die in den 90er-Jahren stetig gewachsene Akademie mit hohem Ausbildungs- und Vermittlungswert spielte regelmäßig bei großen euorpäischen Jugendturnieren mit. Bei zuletzt elf Teilnahmen in Folge konnte Vitoria dieses traditionsreiche Turnier in Eindhoven fünfmal gewinnen. Die Oberndorfer Turnierverantwortlichen sind sich sicher mit Vitoria eine sehr starke Mannschaft verpflichtet zu haben, die typischen brasilianischen Ballzauber garantiert und sicher auch zu den Favoriten gezählt werden muss.
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